Man kann den Feed einer Integration überlassen und ihn jahrelang vergessen. Oder man liest die Google-Vorgaben einmal gründlich und weiß von da an, welche der mehreren Dutzend Felder die Auktionen tatsächlich steuern und welche reine Formsache sind. Dieser Leitfaden ordnet die Produktdatenspezifikation: wo Dokumentation und Vorlage liegen, was jedes wichtige Feld bedeutet, anhand welcher Daten es optimiert wird und wo man anfängt.
Dokumentation
Google-Feed-Spezifikation: Dokumentation und Vorlage
Alle Vorgaben stammen aus einer einzigen Quelle, und es lohnt sich, sie aus erster Hand zu kennen statt aus Blog-Zusammenfassungen (dieser Beitrag ist als Landkarte gedacht, nicht als Ersatz):
Definition
Die Produktdatenspezifikation ist das offizielle Google-Dokument, das alle Feedfelder beschreibt: welche Pflicht, bedingt oder optional sind und welche Limits, Formate und Regeln gelten. Gepflegt wird sie in der Merchant Center-Hilfe (support.google.com/merchants, Stichwort „Produktdatenspezifikation“). Google aktualisiert sie in der Regel einmal im Jahr, daher beim Aufbau und Audit des Feeds immer die aktuelle Version prüfen.
Vorlage und Dokumentation finden Sie in drei Schritten:
Spezifikation direkt an der Quelle öffnen
In der Merchant Center-Hilfe nach „Produktdatenspezifikation“ suchen. Dort hat jedes Feld eine Definition, ein Format, Zeichenlimits und Beispiele, auch auf Deutsch.
Vorlage im Merchant Center erzeugen
Beim Hinzufügen einer Datenquelle Google Tabellen wählen: Das System legt eine Tabelle mit fertigen Spaltenüberschriften an. Das ist die zuverlässigste Vorlage, weil sie immer der aktuellen Spezifikation entspricht, und derselbe Weg, über den ergänzende Feeds eingebunden werden.
Hauptfeed der Integration überlassen
Den täglichen Feed erzeugt die Shopplattform oder eine Integration; die manuelle Tabelle dient für Ergänzungen und Korrekturen. Die Grundlagen dieser Aufteilung beschreibt der Leitfaden zum Produktfeed.
Felder
Felder im Produktfeed: Pflicht und optional
Von den Dutzenden Feldern der Spezifikation bleibt in der Praxis eine kurze Liste derer, die über Ausspielung und Erfolg entscheiden. Die wichtigsten im Überblick, zusammen mit dem, was ihre Optimierung bringt:
| Feld | Status | Was die Optimierung bringt |
|---|---|---|
id | Pflicht | feste Kennung; Schlüssel zur Verknüpfung von Feeds, Berichten und Labels |
title | Pflicht | Abgleich mit Suchanfragen; der größte einzelne Hebel im Feed |
description | Pflicht | Abgleich mit längeren, selteneren Suchanfragen |
link · image_link | Pflicht | Übereinstimmung mit der Seite; das Bild bestimmt die Klickrate der Anzeige |
price · availability | Pflicht | müssen mit dem Shop übereinstimmen; Abweichung = Ablehnungen |
gtin · brand · mpn | Pflicht für die meisten Marken | Zuordnung zum Google-Katalog und zu Angebotsvergleichen |
google_product_category | empfohlen / bedingt | Relevanz in der Auktion und korrekte Kategorieregeln |
product_type | optional | Ihre eigene Hierarchie zur Aufteilung von Kampagnen und Berichten |
item_group_id | Pflicht für Varianten | Größen und Farben als eine Produktfamilie |
color · size · gender · age_group | Pflicht für Bekleidung | Ausspielung von Varianten und Shopping-Filter |
sale_price | optional | korrekte Kennzeichnung von Aktionen statt Austausch des Preises |
additional_image_link | optional | zusätzliche Produktansichten in der Angebotsdarstellung |
shipping | bedingt (je Land) | Versandkosten direkt am Angebot sichtbar; häufiger Grund für Warnungen |
custom_label_0–4 | optional | Kampagnensegmentierung: Marge, Abverkauf, Bestand, Saison |
Hinweis: Der Status der Felder hängt von Land, Kategorie und Programm ab (Anzeigen, kostenlose Einträge), und Limits sowie Ausnahmen ändern sich mit den Versionen der Spezifikation. Die Tabelle ordnet die Praxis; das letzte Wort hat immer das aktuelle Google-Dokument.
Größter Hebel
Produkttitel: der größte Hebel im Feed
Shopping-Kampagnen haben keine Keywords: Ihre Rolle übernimmt das Feld title. Anhand dieses Feldes ordnet Google das Produkt Suchanfragen zu. Ein guter Titel beschreibt das Produkt deshalb mit den Worten der Kunden und nennt die wichtigsten Informationen am Anfang:
Aufbau eines Titels · Shop für ElektrokleingeräteSchema: Marke + Typ + Modell + Merkmale
Die Reihenfolge zählt: In den Ergebnissen ist meist nur der Anfang des Titels sichtbar. Marke, Typ und das wichtigste Merkmal stehen daher vorne, Details folgen danach. Varianten (Farbe, Größe) erhalten eigene Titel innerhalb einer gemeinsamen item_group_id.
Der Unterschied zwischen einem Titel „aus dem Warenwirtschaftssystem“ und einem auf Suchanfragen ausgerichteten Titel ist auf den ersten Blick erkennbar:
BX100 MIXER AKTION!!Lagercode statt Produkttyp, Großbuchstaben statt Merkmale, kein einziges Wort aus Kundenanfragen
Marke A Standmixer BX-100 für Smoothies 1000 W 1,2 l schwarzdeckt Anfragen ab wie: standmixer 1000 w, mixer für smoothies, standmixer 1,2 l
Praxishinweis: Der Titel muss zum Produkt passen und den Richtlinien entsprechen (kein Keyword-Stuffing, keine Großbuchstaben, keine Werbetexte). Testen Sie Änderungen in Teilmengen und beobachten Sie nach jeder Änderung die Produktleistung, statt den gesamten Katalog an einem Tag umzuschreiben.
Entscheidungsgrundlagen
Auf welcher Basis Sie den Feed optimieren
Feed-Optimierung ohne Daten ist Raten. Die Reihenfolge der Korrekturen sollte sich aus vier Quellen ergeben, die jeweils eine andere Frage beantworten:
1 · Merchant Center Diagnose
Ablehnungen und Warnungen pro Produkt zeigen, was die Ausspielung blockiert: Preisabweichungen, fehlende Kennzeichnungen, Bildprobleme. Das ist immer der erste Schritt, denn ein abgelehntes Produkt profitiert von keiner anderen Korrektur.
2 · Produktleistung
Impressionen und Klicks pro Produkt (bezahlt und unbezahlt) zeigen, wo Reichweite ohne Klicks entsteht: Viele Impressionen bei niedriger CTR sprechen für Arbeit an Titel und Bild.
3 · Suchbegriffe
Echte Suchanfragen aus Shopping-Kampagnen verraten, mit welchen Worten Kunden nach Ihren Produkten suchen. Wörter, die in Anfragen vorkommen, aber in Titeln fehlen, ergeben eine fertige Korrekturliste.
4 · Umsatz und Marge
Die Shopdaten bestimmen die Reihenfolge: zuerst Produkte mit hoher Marge und hohem Umsatz, dann der Rest. Eine Stunde Arbeit am Titel eines Bestsellers zahlt sich schneller aus als beim Longtail.
Der Arbeitsrhythmus ist einfach: wöchentlich Diagnose und Leistung (Blockaden beheben, Einbrüche erkennen), monatlich Suchbegriffe für die Titel prüfen, quartalsweise ein Gesamtaudit gegen die aktuelle Spezifikation. Der Feed ist Teil des Shops: Änderungen an Preisen, Beständen und Sortiment übernehmen laufend die Integrationen. Manuelle Arbeit betrifft den Inhalt der Felder, nicht deren Abtippen.
Shopping-Kampagnen haben keine Keywords. Ihre Titel sind die Keywords, und die Suchbegriffe zeigen jeden Monat, wie Sie sie verbessern.
Weitere Hebel
Varianten, Bilder und Preis: Felder, die Auktionen bestimmen
Kennzeichnungen (gtin, brand, mpn) ordnen das Angebot dem Google-Produktkatalog zu. Eine korrekte GTIN bedeutet Teilnahme an allen Stellen, an denen Google Angebote desselben Produkts gegenüberstellt. Fehlt sie oder ist sie falsch, kann das die Ausspielung einschränken oder zur Ablehnung führen.
Varianten über item_group_id fassen Größen und Farben zu einer Familie zusammen. Ohne sie konkurriert jede Variante einzeln, und der Kunde landet bei Blau statt Schwarz. Mit ihr wählt Google die passende Variante zur Anfrage, und Berichte lassen sich auf Ebene der Produktfamilie lesen.
Bilder (image_link, additional_image_link) wirken auf die Klickrate. Die formalen Anforderungen (keine Wasserzeichen, Texte oder Rahmen) sind das Minimum. Den Unterschied macht die Qualität: Produkt auf hellem Hintergrund, groß im Bild, dazu weitere Ansichten. Bei identischen Titeln gewinnt das bessere Bild.
Preis und Aktionen (price, sale_price) müssen auf den Cent genau mit der Website übereinstimmen, denn Abweichungen führen zur Ablehnung (das häufigste Problem in der Diagnose). Aktionen kommuniziert man über das Feld sale_price neben dem Grundpreis. So erhält das Angebot eine Rabattkennzeichnung statt einfach nur eines niedrigeren Preises. Versand (shipping) vervollständigt das Angebot: Die in der Anzeige sichtbaren Versandkosten können den Ausschlag geben.
Verfügbarkeit (availability) steuert die Ausspielung selbst. Ihren Einfluss auf Kampagnen (Fehlbestände, Wiederauffüllung, Restbestände) beschreibt ein eigener Leitfaden zu Lagerbeständen. Die Segmentierung über custom_label_0–4 erklärt im Detail der Leitfaden zum Produktfeed.
Reales Risiko
Die Optimierung der Feldinhalte wirkt nicht, solange das Produkt abgelehnt ist. Zuerst die Diagnose (Preise, Kennzeichnungen, Bilder, Versand), danach Titel und der Rest. In umgekehrter Reihenfolge feilen Sie an Angeboten, die Google gar nicht ausspielt.
DataOrganizer
Wie DataOrganizer hilft, den Feed zu optimieren
Alle vier Entscheidungsgrundlagen aus diesem Leitfaden laufen in einem Datenmodell zusammen. DataOrganizer ruft täglich aus dem Merchant Center Status und Probleme pro Produkt sowie die Leistung ab (Impressionen, Klicks, auch aus unbezahlten Ergebnissen), aus Google Ads die Suchbegriffe und Produktdaten der Kampagnen und aus dem Shop den Katalog mit Attributen, Umsätze und Margen. Für die Frage „Was im Feed zuerst verbessern?“ braucht es so keine vier Berichte mehr:
Drei Produkte mit hoher Reichweite und einer CTR unter dem Kategorie-Median:
| Produkt | Impressionen | CTR | Häufige Suchanfrage, die im Titel fehlt |
|---|---|---|---|
| Standmixer BX-100 | 12.400 | 0,7% | mixer für smoothies 1000 w |
| Glas-Wasserkocher mit Beleuchtung | 8.900 | 0,9% | wasserkocher mit temperatureinstellung |
| Heißluftfritteuse ohne Fett 5 l | 15.100 | 1,1% | airfryer 5l |
Für jedes Produkt habe ich einen Titelvorschlag nach dem Schema Marke + Typ + Merkmale erstellt, ergänzt um die fehlenden Wörter aus den Suchanfragen. Ich kann sie in einer Tabelle für Merchant Center als ergänzenden Feed speichern. So tauschen Sie die Titel aus, ohne etwas im Shop zu ändern, und vergleichen die Leistung nach einer Woche.
Zum Merken
Korrekturen gelangen auf demselben Weg zu Google zurück, auf dem die Daten gekommen sind. Titel, Labels und Ergänzungen laufen über eine Tabelle, die in Merchant Center als ergänzender Feed eingebunden ist und nach Zeitplan aktualisiert wird. Die Mechanik beschreibt der Leitfaden zu Merchant Center. Der Kreislauf schließt sich ohne manuelles Hochladen von Dateien.
FAQ
Häufige Fragen zu Feldern und Richtlinien des Google-Feeds
Welche Felder im Google-Feed sind Pflicht?
Für jedes Produkt: id, title, description, link, image_link, price und availability. Dazu kommen Kennzeichnungen (gtin, falls nicht vorhanden brand und mpn) für die meisten Markenprodukte sowie bedingte Felder je nach Kategorie und Land, z. B. bei Bekleidung Farbe, Größe, Geschlecht, Altersgruppe und item_group_id für Varianten. Maßgeblich ist immer die aktuelle Spezifikation in der Merchant Center-Hilfe.
Wo gibt es eine Vorlage für den Google-Produktfeed?
Direkt aus Merchant Center: Wählen Sie beim Hinzufügen einer Datenquelle Google Tabellen, dann erstellt das System eine Tabelle mit den korrekten Spaltenüberschriften. Feldbeschreibungen und Beispieldateien finden Sie in der Hilfe unter dem Stichwort „Produktdatenspezifikation“. Den Hauptfeed erzeugt ohnehin die Shopplattform. Die Vorlage dient vor allem für ergänzende Feeds und Korrekturen.
Wie viele Zeichen darf ein Produkttitel bei Google haben?
Das Feld title erlaubt 150 Zeichen, in den Ergebnissen sind aber meist nur die ersten rund 70 sichtbar. Marke, Produkttyp und das wichtigste Merkmal gehören deshalb an den Anfang. Der Titel soll das Produkt mit den Worten der Kunden beschreiben. Keyword-Stuffing, Großbuchstaben und Werbetexte verstoßen gegen die Richtlinien.
Lassen sich Titel im Feed ändern, ohne den Shop anzupassen?
Ja: Ein ergänzender Feed überschreibt ausgewählte Attribute anhand der id, sodass sich verbesserte Titel z. B. über eine Google-Tabelle einbinden lassen, ohne die Integration anzufassen. Einfachere Umwandlungen erledigen die Feedregeln in Merchant Center. Ausnahmen sind Preis und Verfügbarkeit: Sie müssen immer mit der Produktseite übereinstimmen.
Wie oft aktualisiert Google die Daten aus dem Feed?
Nach dem in Merchant Center eingestellten Abrufzeitplan. Standard ist mindestens einmal täglich, direkt nach der Aktualisierung von Preisen und Beständen im Shop. Sensible Änderungen (Preis, Verfügbarkeit) sollten häufiger übermittelt werden, denn Abweichungen zwischen Feed und Website führen zur Ablehnung von Produkten.
Kurzfassung des gesamten Leitfadens
Drei Regeln für die Arbeit mit der Feed-Spezifikation
1. Richtlinien an der Quelle lesen und die Reihenfolge einhalten. Die Produktdatenspezifikation in der Merchant Center-Hilfe ist die letzte Instanz, und die Vorlage erzeugen Sie direkt in Merchant Center über Google Tabellen. Zuerst bereinigen Sie die Diagnose (Ablehnungen, Preise, Kennzeichnungen), erst danach verbessern Sie die Inhalte der Felder.
2. Der Titel ist Ihr Keyword. Schema Marke + Typ + Modell + Merkmale, die wichtigsten Informationen in den ersten ~70 Zeichen, Wortwahl aus echten Suchbegriffen. Varianten über item_group_id verknüpfen, Aktionen über sale_price kommunizieren und die Klickrate mit Bildern steigern.
3. Mit Daten optimieren statt nach Gefühl. Die Diagnose zeigt, was blockiert. Die Leistung pro Produkt zeigt, wo Reichweite ohne Klicks entsteht. Suchbegriffe zeigen, welche Wörter fehlen. Umsatz und Marge zeigen, wo Sie anfangen sollten. DataOrganizer führt diese vier Quellen in einem Modell zusammen und schickt Korrekturen per Tabelle an Merchant Center zurück.
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